Lama-Trekking in der Eifel? Wie bist Du eigentlich auf diese Idee gekommen?

Oh, das hat eine lange Geschichte! Man sagt ja immer, dass Corona so eine Art Brennglas ist, für Probleme, aber auch Ideen. Jedenfalls habe ich schon vor Jahren davon geträumt, ein paar Esel und auch Kamele zu halten. Schon in den 90’er Jahren, als ich noch häufiger als Reiseleiterin unterwegs war, habe ich leidenschaftlich gerne Trekkings mit Eseln geführt. Und Kamele sind sowieso das Größte. In Jordanien, im Wadi Rum, habe ich damals wochenlang mit Badu gelebt, mich um Kamele gekümmert, und war dort sogar Besitzerin eines Kamels, al-Alya hieß die Stute.

Nun ist es nicht so einfach, hier in Deutschland Kamele zu kaufen, und dann bin ich ja auch häufig und länger selbst auf Reisen. Deswegen blieben die Esel und Kamele immer ein Traum, den ich mir irgendwann einmal erfüllen wollte.

Dann kam jetzt im Frühjahr Corona. Schon während des Lockdowns wurde mir klar, dass ich für mein Hauptunternehmen „nomad. Reisen zu den Menschen“ Alternativen zu den Fernreisen brauchen, die wir seit 1993 veranstalten. Wir haben ja schon viele Krisen mitgemacht, angefangen von 9/11 über die Golfkriege und die Entführungen im Jemen. Aber diese Corona-Krise ist schon eine besondere Krise. Denn erstmals war nicht nur ein Reiseland oder eine Region betroffen, sondern auch unser Quellmarkt.

Wir im nomad-Team haben dann gemeinsam überlegt, welche Optionen wir haben und was am sinnvollsten ist. Unsere Devise war es ja immer schon, nur die Dinge zu machen, die uns wirklich am Herzen liegen, und die wir mit Leidenschaft machen können. Und Dinge zu tun, mit denen wir uns auskennen. Was lag da näher als Reisen in der Heimat anzubieten? Unsere „Reisen für Entdecker“ und „Reisen zu den Menschen“ in die Eifel zu bringen?

Voilà war das Projekt der eifelnomaden entstanden. Schon im April habe ich dann angefangen, nach Weideflächen zu suchen und zu recherchieren, welche Voraussetzungen ich als Tierhalterin erfüllen muss und welche Tiere für solche Trekkings und Wanderungen in Frage kommen. Bereits im Mai haben meine Tochter Sharifah und ich an einem ersten Seminar für Lamahaltung teilgenommen. Und spätestens da war es um uns geschehen: Wir wollten mit Lamas beginnen, den kleineren Verwandten der Dromedare!